Gott nach dem eigenen Bilde schaffen

Kopf mit Ton modellieren © VKG/Grok
Wir sind dazu geschaffen, Gott ähnlich zu werden. Gott wollte von Anfang an, dass wir seine Art und Weise widerspiegeln. Wir sollen ihm in unserem Verhalten charakterlich ähneln.

Von der Redaktion

Der Titel für diese Spalte dürfte allen, die das erste Kapitel der Bibel kennen, zumindest ein wenig merkwürdig vorkommen. Als Gott die ersten Menschen erschuf, sagte er, dass er sie nach seinem Bilde machen wolle. Wie kann es dann aber sein, dass wir Gott nach unserem eigenen Bilde schaffen?

Um diese Frage beantworten zu können, geht es als Erstes darum zu verstehen, was mit „nach dem Bilde Gottes“ gemeint ist. Die Aussage, dass Gott den Menschen „nach seinem Bilde“ gemacht hat, bedeutet vor allem: Wir sind dazu geschaffen, Gott ähnlich zu werden. Gott wollte von Anfang an, dass wir seine Art und Weise widerspiegeln. Das hat hauptsächlich mit unserem Charakter zu tun: Gott ist gerecht, barmherzig, treu und gut. Wir sollen ihm in unserem Wesen und Verhalten charakterlich immer ähnlicher werden.

Im Neuen Testament wird das noch klarer: Jesus Christus ist das vollkommene Bild Gottes. Er zeigt uns, wie Gott ist. Deshalb geht es beim „Bild Gottes“ letztlich darum, Jesus immer ähnlicher zu werden. Wir haben die vier Evangelien des Neuen Testaments, die uns das Leben und Wirken Jesu präsentieren. So erfahren wir, wie Gott in Menschengestalt handelt.

Gott charakterlich ähnlich zu werden setzt voraus, dass wir unsere Entscheidungsfreiheit dazu nutzen, Gottes Maßstab der Gerechtigkeit zu akzeptieren und danach zu leben – anstatt eigene Moralvorstellungen zu entwickeln und zu praktizieren, die von diesem Maßstab abweichen. Jesus, das vollkommene Beispiel des Bildes Gottes, sagte dazu: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe“ (Johannes 15,10; Hervorhebung durch uns).

Heute sind etwa drei Viertel der Weltbevölkerung keine Christen. Sie haben sich Gottes Maßstab der Gerechtigkeit nicht verpflichtet. Bei der Beantwortung der eingangs gestellten Frage geht es jedoch nicht um diese Menschen. Stattdessen bezieht sich der Titel dieser Spalte auf bekennende Christen, die Gott nach ihrem eigenen Bild schaffen, indem sie seinen offenbarten Willen durch eigene Meinungen ersetzen.

Das vielleicht offensichtlichste Beispiel hierfür ist der Sabbat. Die größte christliche Konfession, die römisch-katholische Kirche, räumt unverblümt ein, dass der Sabbat nach der Bibel von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag zu halten ist. Dennoch beansprucht sie für sich die Autorität, den Sonntag als Tag der wöchentlichen Ruhe zu bestimmen.

Ein saisonales Beispiel für das Schaffen Gottes nach dem eigenen Bilde ist das Thema unseres Leitartikels: Weihnachten. Außer der Tatsache, dass Jesus geboren wurde, ist fast alles, was mit Weihnachten zu tun hat, bekanntlich heidnischen Religionen entnommen – d. h. der Götzenanbetung. Gegenüber den Israeliten drückte Gott seinen Willen bezüglich der Übernahme solcher Praktiken mit einem Verbot unmissverständlich aus (5. Mose 12,29-31).

Heute setzt man sich über dieses Verbot hinweg mit der Begründung, es gelte nur den Israeliten und es sei erlaubt, Jesus zu verehren, indem man seine Geburt feiert. Dabei übersieht man, dass Jesus in seiner Präexistenz als das Wort gerade das Wesen war, das den Israeliten dieses Verbot erteilte. Jesus aber ändert sich nicht: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Hebräer 13,8).

Weihnachten ist eine zum Scheitern verurteilte Realitätsverweigerung, Gott nach unserem Bilde zu formen. Stattdessen müssen wir mit Gott an seinem Werk arbeiten, uns nach seinem Bild zu formen, damit wir am Ende so werden wie er. Das ist das großartige Ziel, zu dem er uns geschaffen hat!

– Gute Nachrichten November-Dezember 2026 PDF-Datei dieser Ausgabe

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