Riesige Probleme

düsterer Ausblick © Odile/Unsplash
Manchmal können Ihre Probleme Sie erdrücken. Sie ragen wie Riesen auf und drohen, Sie zu begraben. Angesichts ihrer Größe scheint es unmöglich, sie zu überwinden.

Die Herausforderungen des Lebens können übermächtig erscheinen. Doch wie David können wir den Blick von der eigenen Schwäche auf Gottes Macht richten und entdecken, dass keine Herausforderung größer ist als er.

Von Steve Myers

Man kann sich die beängstigende Szene vorstellen: Der Philisterriese Goliat verspottet Tag für Tag die israelitischen Heere. Er schreitet über das Schlachtfeld und seine gewaltige Statur und seine lauten Drohungen lähmen die Soldaten vor Angst. Dann tritt der junge Hirte David auf – und der Kontrast ist frappierend. Hätte David seine eigene Stärke mit der Goliats verglichen, wäre er vom Schlachtfeld geflohen. Doch das tat er nicht. Stattdessen maß er Goliat an der Stärke Gottes.

Manchmal können Ihre Probleme Sie genauso erdrücken. Sie ragen wie Riesen vor Ihnen auf und drohen, Sie unter ihrer Last zu begraben. Angesichts ihrer Größe scheint es unmöglich, sie zu überwinden. Messen Sie sie an Ihren eigenen Fähigkeiten, wirkt eine Niederlage unausweichlich.

Doch was wäre, wenn Sie Ihre Denkweise ändern? Was wäre, wenn Sie Ihre Probleme nicht an Ihren begrenzten Kräften, sondern an der Macht Gottes messen? An dem Gott, der das Universum erschaffen hat, der allmächtig und allwissend ist und über unendliche Ressourcen verfügt? Plötzlich beginnen diese einst riesigen Probleme zu schrumpfen!

Diese Wahrheit gilt nicht nur für David – sie gilt ebenso für Sie. Ihr Gott ist größer als jede Herausforderung und jedes Unglück, dem Sie jemals begegnen werden. „Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“ (Römer 8,31).

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, sich nicht von den eigenen Problemen bestimmen zu lassen. Sie müssen ihnen nicht allein entgegentreten. Wenn Sie Gott in Ihren Kampf mit einbeziehen und ihm vertrauen, verspricht er Ihnen seine Hilfe und seinen Beistand. Wie die Bibel sagt: „Fürchtet euch nicht vor ihnen; denn der Herr, euer Gott, streitet für euch“ (5. Mose 3,22). Nicht aus eigener Kraft werden Sie siegen, sondern indem Sie sich ganz auf ihn verlassen.

Der Wendepunkt bei Klaus

Ich werde den Besuch bei Klaus nach seinem Schlaganfall nie vergessen. Er war erst 48 Jahre alt – viel zu jung für so etwas. Der Mann, der immer so stark und lebensfroh gewesen war, hatte nun Mühe, überhaupt zu sprechen und seine Hand zu bewegen. In seinen Augen sah ich die Verzweiflung, als er flüsterte: „Ich fühle mich gar nicht mehr wie ich selbst.“

In den folgenden Monaten erlebte ich, wie Klaus sich einer gewaltigen Herausforderung stellte – einer Herausforderung, die über das Körperliche hinausging. Es war die Angst, dass sein Leben nie wieder so sein würde wie zuvor. Er arbeitete hart in der Therapie und trieb sich jeden Tag selbst an, doch die Fortschritte kamen nur langsam. Die Angst lastete schwer auf ihm und höhnte ihn wie Goliat: „Du wirst nie wieder gesund. Du wirst nie wieder nützlich sein.“

Doch dann kam der Wendepunkt. Klaus sagte zu mir: „Ich habe das alles völlig falsch angegangen. Ich habe mich darauf konzentriert, wie klein ich bin – anstatt darauf, wie mächtig Gott ist.“ Jesaja 41, Vers 10 wurde zu seinem Anker: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch.“

Von diesem Moment an veränderte sich etwas. Die Angst verschwand nicht über Nacht, aber Frieden trat an ihre Stelle. Jeden Tag betete er um Gottes Kraft, statt sich auf die eigene zu verlassen. Langsam kehrten seine Kräfte zurück, und sein Glaube wurde stärker denn je. Monate später sagte Klaus zu mir: „Der Schlaganfall hat mich nicht besiegt. Stattdessen hat er mir gezeigt, wie mächtig Gott wirklich ist.“

Nichts lässt sich mit Gott messen

Klaus hatte recht. Misst man seine Giganten an der eigenen Stärke, erscheinen sie stets unbesiegbar. Misst man sie jedoch an der Stärke Gottes, schrumpfen sie auf ihre wahre Größe. Klaus konnte den Kampf nie allein gewinnen – er gehörte von Anfang an Gott.

Wenn Sie also vor gewaltigen Herausforderungen stehen – sei es körperliches Leid, seelisches Trauma oder lebensverändernde Ereignisse –, finden Sie die Kraft zum Überwinden nicht in sich selbst, sondern indem Sie auf Gottes Allmacht vertrauen. Wie es in Josua 1, Vers 9 heißt: „Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Richten Sie Ihren Fokus von Ihrer eigenen Schwäche auf Gottes Macht, so verlieren Ihre Probleme ihre Macht über Sie. Je mehr Sie sich auf ihn konzentrieren, desto weniger werden Ihre Schwierigkeiten Sie beherrschen. Wie Paulus in Epheser 6, Vers 10 schreibt: „Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“ Wenn Sie Gott vertrauen und sich von ihm führen lassen, werden Sie geistlich stärker – und ihm allein gebührt die Ehre.

Und wenn Sie Ihre Riesen besiegt haben, werden Sie wie David sagen können, dass Gott nicht durch Schwert und Speer hilft, „denn der Kampf ist des Herrn“ (1. Samuel 17,47; Schlachter-Bibel).

Kein Riese ist zu groß für Gott, wenn Sie ihm mit der Kraft des Allmächtigen an Ihrer Seite begegnen. So wie David Goliat mit einer Schleuder und einem Stein besiegte, schenkt Gott Ihnen die Kraft, alles zu überwinden, was sich Ihnen in den Weg stellt. Denken Sie an Jesu Worte: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 18,33; Hervorhebung durch uns). Stehen Sie fest in dieser Wahrheit, betreten Sie Ihr Schlachtfeld! Vertrauen Sie auf Gottes Macht, dann wird Sieg auch Ihr Sieg.

– Gute Nachrichten September-Oktober 2026 PDF-Datei dieser Ausgabe

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